Mittwoch, 28. Januar 2009

Alle sieben Wellen - Daniel Glattauer

Kurzbeschreibung:
Erstens: Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also "Gut gegen Nordwind" gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben. Zweitens: Für Sie ist die Geschichte von Emmi und Leo und ihrer unerfüllten Liebe abgeschlossen. Mag sein. Aber nicht für Emmi und Leo! Drittens: Sie sind der Ansicht, dass die Liebenden zumindest eine einzige wirkliche Begegnung verdient hätten und der Roman eine zweite Chance auf ein anderes Ende? Bitte, hier haben Sie's! Viertens: Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Kein Problem. In diesem Buch erfahren Sie alles: von Leos Rückkehr aus Boston, von Emmis Eheproblemen und von der siebenten Welle, die immer für Überraschungen gut ist.



Meine Meinung: * * * * *

1. Ja, ich kenne Emmi Rothner und Leo Leike, denn ich habe "Gut gegen Nordwind" gelesen.
2. Nein, ich bin nicht der Meinung, dass die Geschichte abgeschlossen ist, da kann ich mich Emmi und Leo nur anschließen.
3. Ja, ich bin der Ansicht, dass die beiden noch mindestens eine Chance verdient haben.
4. Doch, ich habe sehr wohl eine Ahnung, wovon die Rede ist, und ich bin gespannt, wie Emmi und Leo die Sache angehen ;-)


Dieses Buch schließt nahtlos an Band eins an. Sich erneut in den Briefwechsel zwischen Emmi und Leo zu vertiefen, ist ein wenig so, als würde man gute alte Freunde wieder treffen. Da sich die beiden jetzt (zumindest virtuell) schon ziemlich lange kennen, empfand ich ihre Mails noch intensiver und vertraulicher als im ersten Buch. Ich bewundere Daniel Glattauer für sein Einfühlungsvermögen, das er unbedingt haben muss, denn sonst könnte er nicht so, so, so...schön und authentisch schreiben.
Nachdem Emmi mehrere vergebliche Versuche gemacht hat, Leo zu erreichen und nach einer recht einseitigen Kommunikation mit dem System-Manager, hat man den Eindruck, es ist wieder alles wie gehabt. Aber es hat sich einiges verändert. Leo hat in Boston Pamela kennen gelernt, und sie will zu ihm ziehen. Und Emmi gibt ihrer Ehe und damit ihrer Familie noch eine Chance, so hat man den Eindruck.
Beim Lesen dieser Geschichte erlebt man ein sehr großes Spektrum an Gefühlen. Manchmal hatte ich Tränen in den Augen, manchmal habe ich herzhaft gelacht, sehr oft habe ich geschmunzelt oder mich einfach nur gefreut. Aber da waren auch Situationen, in denen ich fast körperlich einen Kloß im Hals verspürte, denn es gibt viele ernste Momente in der Geschichte. Die beiden Email-Schreiber geben sich manchmal frech, manchmal auf besondere Weise poetisch, meist sind ihre Briefe berührend und liebevoll. Fasziniert hat mich die Leichtigkeit und gleichzeitig die Tiefgründigkeit der Kommunikation zwischen den beiden. Die immer wieder auftauchenden kleinen, originellen Wortspielereien entfalten einen zauberhaften Charme.
Am Ende ging es mir wie Leo (dem Schönschweiger), ich mußte erst eine Zeitlang darüber schweigen, als es nicht schöner werden konnte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich jetzt ein schönes Plätzchen für das Buch in meinem Keeper-Regal gesucht, und immer wenn mir danach ist, hole ich Emmi und Leo hervor, träume ein wenig mit ihnen und passe auf, dass ich die siebte Welle nicht verpasse ;-)

Montag, 26. Januar 2009

A Long Way Down - Nick Hornby

Kurzbeschreibung:
Man kann sich einfach nicht in Ruhe umbringen, wenn andere dabei zusehen. Und so kommt es, dass die vier Lebensmüden, die sich Silvester auf dem Dach eines Hochhauses begegnen, nicht springen, sondern sich gegenseitig ihre Geschichten erzählen: die Hausfrau Maureen, der ehemals berühmte Talkmaster Martin, das ebenso aufmüpfige wie unverstandene Mädchen Jess und der glücklose Musiker JJ. Die vier verabreden, mit dem finalen Sprung bis zum Valentinstag zu warten - und so findet eine Gruppe von Menschen zueinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die einander doch auf wundersame Weise zu helfen wissen ...

"Ein wunderbares Buch, man lacht, denkt nach - und am Ende kommen einem sogar die Tränen" Galore



Meine Meinung: * *
Auf meinem Exemplar ist ein Aufkleber: "Der Bestseller". Jetzt, nachdem ich das Buch fertig gelesen habe, überlege ich ernsthaft, was diesen Roman so erfolgreich macht.
Vorab habe ich schon einige Kritiken gelesen und festgestellt, dass die Leserschaft doch recht gespalten ist. Manche finden die Geschichte toll, andere können nichts damit anfangen. Ich muss sagen, ich bewege mich irgendwo dazwischen.
Ausgangspunkt ist das Dach eines Hochhauses, auf dem sich in der Silvesternacht vier suizidgefährdete Personen zufällig treffen. Alle haben eigentlich vor, sich vom Dach in die Tiefe zu stürzen. Anfangs ist jeder für sich genervt, in seinem Vorhaben gebremst worden zu sein, aber letztendlich verlassen alle zusammen das Hochhaus und verabreden, ihr Vorhaben bis zum Valentinstag zu verschieben. In der Zwischenzeit treffen sich die völlig verschiedenen Leute immer wieder und tauschen Erfahrungen über ihre ganz unterschiedlichen Lebensbereiche aus. Das Buch ist in drei große Kapitel eingeteilt, und die vier Protagonisten erzählen immer abwechselnd in der Ich-Form. War der erste Teil noch recht interessant zu lesen, wenn auch für meinen Geschmack größtenteils mit einem Humor erzählt, den ich absolut nicht witzig finden konnte, aber den Mittelteil fand ich absolut langgezogen, eine wirre Aneinanderreihung von leerem Gelaber. Selten hat mich ein Buch so gelangweilt, und nur meinem (fast) unerschütterlichen Optimismus habe ich es zu verdanken, dass ich das Buch nicht mittendrin abgebrochen habe. Besonders die Passagen aus der Sicht der 18-jährigen Jess und des Musikers JJ fand ich sprachlich sehr gewöhnungsbedürftig, da die Ausdrucksweise sehr zu wünschen übrig ließ. Ich habe nichts gegen gelegentliche Kraftausdrücke einzuwenden, aber wenn man Seitenweise nur Fäkal-Ausdrücke liest, finde ich das absolut nicht witzig, geschweige denn lesbar. Interessant fand ich meist nur die Abschnitte aus Maureens Sicht. Ansonsten wirkten die Probleme recht konstruiert. Die von Galore versprochene Wirkung setzte bei mir jedenfalls nicht ein. Ich mußte weder lachen, noch kamen mir die Tränen. Und um darüber nachzudenken, fehlte meiner Meinung nach der Geschichte die Ernsthaftigkeit, die dem Thema eigentlich zukommen würde. Alles in allem - nicht mein Ding.

Stöckchen

Auglia hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Hier sind meine Antworten dazu:

Würdest Du Dich selbst heiraten?
Gar nicht so einfach zu beantworten. Eigentlich komme ich ganz gut mit mir aus, aber um mich selbst zu heiraten, fehlt es mir wahrscheinlich an der nötigen Eigenliebe. ;-)

Welchen Ersatz hast Du für den Verlust Deiner Schönheit?
Wo nichts ist, braucht man nichts zu ersetzen. ;-)

Was richtet mehr Schaden an, schonungslose Aufrichtigkeit oder Unehrlichkeit?
Das kommt ganz auf die Situation an. Diese Frage kann ich nicht so einfach beantworten.

Was tust Du als erstes in einer fremden Stadt?
Ich mache einen Bummel durch die Innenstadt, wenn ich Zeit dazu habe. Vielleicht entdecke ich ein interessantes Geschäft mit Sachen, die ich an meinem Heimatort nicht bekomme. Sollte ich auf meinem ersten Weg an einer Buchhandlung vorbei kommen, würde ich ganz sicher hineingehen, da kann ich einfach nicht widerstehen.

Du mußt wählen: Dein Heimatland für immer verlassen oder es nie wieder verlassen - was würdest Du tun?
Ich würde mich für die zweite Möglichkeit entscheiden, da ich ein sehr "verwurzelter" Mensch bin.

Was denkst Du: Hast Du den schönsten Tag Deines Lebens noch vor Dir oder schon hinter Dir?
Ich hatte sehr viele schöne Tage, ob der allerschönste Tag bereits dabei war, weiß ich nicht. Ich hoffe, es kommen noch viele Anwärter für diese Bezeichnung.

Du kannst eine Million für Dich haben oder zehn Millionen für einen guten Zweck - was wählst Du?
Da wäre ich auch egoistisch. Allerdings würde ich meinen Lebensstandard nicht sehr ändern. Aber ich stelle es mir himmlisch vor, nicht bei jeder Sache überlegen zu müssen, ob ich sie mir leisten kann oder nicht. Auf jeden Fall würde ich einen großen Teil meiner Million gerne spenden.

Welcher Tag in der Woche ist Dir der liebste?
Ich mag den Samstag am liebsten, da muss ich gar nicht lange überlegen. Die Familie ist zusammen, man hat Zeit für sich selbst und seine Lieben, und man hat die Möglichkeit für einen gemeinsamen Stadtbummel. Gerade mit meiner Tochter gehe ich sehr gerne shoppen und vielleicht noch in ein schönes Cafe.

Was findest Du an Dir banal?
Ich gebe zu, ich habe eine "triviale Ader", lese zwischendurch gerne Bücher, die mich einfach nur gut unterhalten, ohne höheren Anspruch.

Wonach riecht Deine Kindheit?
Nach Garten, Erde und dem Regen an einem warmen Sommertag. Und sie riecht nach Büchern, schon seit ich denken kann. Besonders der Geruch zweier Sammelbände von Wilhelm Busch ist mir noch gut in Erinnerung. Daran habe ich als Kind immer geschnuppert.

Welches Lied würdest Du Deinem liebsten Menschen vorsingen?
Am liebsten singe ich für mich ganz allein. Es gibt kein Lied, das ich unbedingt jemandem vorsingen müßte oder wollte.

Wofür würdest Du in zehn Jahren gerne mehr Zeit haben?
Eigentlich bin ich mit meiner momentanen Zeiteinteilung sehr zufrieden. Allerdings für meine Lieblingsbeschäftigungen kann ich immer gerne noch das eine oder andere Stündchen gebrauchen. ;-)

Lachst Du auch, wenn Du allein bist?
Ich kann mich mit mir selbst sehr gut amüsieren, und bei lustigen Begebenheiten lache ich auch alleine, wenn's sein muss, sogar über mich selbst.

Hast Du in Deinem Leben genug Liebe bekommen?
Viel habe ich schon bekommen, genug war es sicher nicht, ich hoffe, da kommt noch was.

Würde Deine Partnerschaft es überleben, wenn einer von Euch ein Jahr lang am anderen Ende der Welt leben würde?
Das müßte funktionieren, allerdings nur, wenn wir wenigstens telefonischen oder Mail-Kontakt haben könnten.

Ist Erfolg eine Illusion?
Illusion ist er nicht, aber der Begriff "Erfolg" ist recht subjektiv. Jeder Mensch setzt für sich andere Maßstäbe.

Hast Du heute schon etwas geteilt?
Die Zeit habe ich mit meiner Familie geteilt, ein gutes Gespräch beim Mittagessen.

Was wünschst Du Dir für Dein Leben?
Ich wünsche mir, dass mein Leben so bleibt, wie es ist, dann wäre ich ganz zufrieden.

Macht es die Tatsache, daß Du etwas noch nie getan hast, reizvoller oder weniger reizvoller für Dich?
Ich mache den Reiz einer Sache nicht daran fest, wie vertraut ich damit bin.

Da ich mich immer schwer entscheiden kann, wem ich ein Stöckchen zukommen lasse, gebe ich es frei. Jeder, der mag, kann es sich mitnehmen.

Sonntag, 25. Januar 2009

Mehr als du denkst - Alois Prinz

Kurzbeschreibung:
Wie wird aus dem Skeptiker Augustinus einer der großen Lehrer der Christenheit? Aus dem Kriegshelden Franziskus ein Ordensgründer? Was muss passieren, dass sich eine überzeugte Atheistin wie Edith Stein taufen lässt? Wie begründet die Theologin Dorothee Sölle ihr politisches Engagement? Alois Prinz erzählt von Menschen, die an ihre Grenzen kamen, sich nicht mehr zufrieden geben wollten mit der bestehenden Situation und sich auf die Suche machten. Von Menschen, die alle auf ihre Weise erlebt haben, dass etwas gänzlich Neues ins Spiel kam. Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht , so fasst es Edith Stein zusammen.
Lebensgeschichten für Jugendliche ab 13 Jahren von: Aurelius Augustinus, Franz von Assisi, Teresa von Avila, Martin Luther, Jesus von Nazareth, Blaise Pascal, Dorothee Sölle, Edith Stein, Elisabeth von Thüringen, Simone Weil
Über den Autor:
Alois Prinz, geb. 1958, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie. Er lebt mit seiner Familie in Feldkirchen-Westerham.


Meine Meinung: * * * *
Wer bin ich - und was kann ich bewirken?
Mehr als du denkst.

Alois Prinz hat für dieses Buch die Lebensgeschichten von zehn sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammengetragen, die aber letztendlich eines gemeinsam haben. Alle suchten und fanden ihre Bestimmung. Die Wege dorthin sind in keinem Fall geradlinig, alle beschriebenen Menschen haben auf ihre eigene Weise ihr Schicksal mit allen Höhen und Tiefen des Lebens meistern müssen.
Bei den zehn Lebensbildern handelt es sich keineswegs um Biografien, sondern es sind kurze, spannende Episoden, die sich auf das Wesentliche beschränken. Kaum eine davon nimmt im Buch mehr als zwanzig Seiten ein.
Für mich persönlich waren die verschiedenen Schlüsselerlebnisse nicht alle uneingeschränkt nachvollziehbar, aber das Buch bringt dem Leser die menschliche Seite der größtenteils historischen Figuren nahe und regt zum Nachdenken an. Einige sind faszinierend, andere berührend, für mich zum Beispiel ganz besonders das Schicksal der Elisabeth von Thüringen.

Durch den klaren und unkomplizierten Schreibstil und den übersichtlichen Aufbau ist dieses Buch auch schon gut für größere Kinder und Jugendliche geeignet. Ich finde, es wäre ein schönes und passendes Geschenk zu einem ganz besonderen Lebensabschnitt, wie etwa zur Konfirmation.

Samstag, 24. Januar 2009

Bis(s) zur Mittagsstunde - Stephenie Meyer

Kurzbeschreibung:Für immer mit Edward zusammen zu sein – Bellas Traum scheint wahr geworden! Kurz nach ihrem 18. Geburtstag findet er jedoch ein jähes Ende, als ein kleiner, aber blutiger Zwischenfall ihr fast zum Verhängnis wird. Edward hat keine andere Wahl: Er muss sie verlassen. Für immer. Bella zerbricht beinahe daran, einzig die Freundschaft zu Jacob gibt ihr die Kraft weiterzuleben. Da erfährt Bella, dass Edward in höchster Gefahr schwebt. Und sein Schicksal liegt in ihren Händen. Sie muss zu ihm, rechtzeitig, bis zur Mittagsstunde ....

Meine Meinung: * * * * *
Die Bücher um Bella und Edward sind für mich die absoluten "Pageturner". Auch Band zwei konnte ich kaum noch aus der Hand legen. Anfangs war ich gerade bei dieser Folge skeptisch, denn ich hatte bereits vorher gelesen, dass diesmal Edward kaum anwesend sein würde. Er tauchte auch nur im ersten Kapitel auf und dann nach fast 400 Seiten wieder. Allerdings war er die ganze Zeit in Bellas Gedanken präsent. Trotzdem ist auch dieses Buch absolut fesselnd, von der ersten bis zur letzten Seite. Der Leser erfährt diesmal sehr viel über die Gedanken, Träume und das Gefühlsleben Bellas. In ihrem Schmerz über die Trennung sucht sie Trost und Verständnis bei Jakob Black, der in dieser schweren Zeit ihr bester Freund und Vertrauter ist. Ihr Unterbewußtsein spielt ihr so manchen Streich, was die Autorin sehr faszinierend darstellt. Bis auf Kleinigkeiten fand ich auch diese Geschichte perfekt, nur ein paar Sachen entziehen sich meinem Verständnis:
Bella ist inzwischen 18 geworden und bemerkt im Lauf der Geschichte auch einmal, dass sie ja nun volljährig ist. Wieso um alles in der Welt läßt sie sich dann von ihrem Vater mit Hausarrest bestrafen???
Im ersten Band wurde einmal erwähnt, dass Vampire nicht atmen müssen, sondern das nur in der Öffentlichkeit tun, um menschlicher zu erscheinen. Diesmal rennt Edward, mit Bella auf dem Rücken, eine längere Strecke, und sie kann hören, dass er schneller atmet???

Aber auch solche kleinen Ungereimtheiten konnten mir den Spaß an dieser Lektüre nicht verderben ;-) Und Band 3 steht schon auf meinem Einkaufszettel....

Donnerstag, 22. Januar 2009

Das Vermächtnis des Highlanders - Amanda Scott



Inhalt:
Das schottische Grenzgebiet im 16. Jahrhundert: Beim Ausritt wird Lady Anne von einer Horde Viehdiebe überfallen. Zu ihrem Entsetzen stellt sie fest, dass sie einen davon kennt: Sir Christopher Chisholm, genannt "Kit", war einst der Verlobte ihrer Cousine Fiona. Vor Jahren verschwand er spurlos und wurde inzwischen für tot erklärt. Anne verspricht Kit, ihn wieder mit seiner Verlobten zu vereinen, doch nur allzu bald soll sie ihren Schwur bitter bereuen, denn der charmante Gesetzlose hat auch ihr Herz geraubt.

Meine Meinung: * * *
Dass dies der vierte Band einer Reihe ist, habe ich leider erst gemerkt, als ich schon lange mit dem Buch angefangen hatte. Aber das ist sicher nicht der einzige Grund, dass ich mit der Geschichte einfach nicht warm geworden bin. Diese ganze Verwechslungsgeschichte hat mich sehr an ein Komödientheater erinnert. Das ganze Durcheinander, wer jetzt wen heiratet, war insgesamt sehr in die Länge gezogen, was auch durch die eigentlich sympathischen Hauptpersonen nicht ausgeglichen werden konnte. Und besonders Olivia, Fionas Mutter, hat nur genervt! Der Schreibstil war auch nicht dazu angetan, meine Begeisterung zu vergrößern, war mir zu oberflächlich. Ziemlich irritiert war ich auch von der dauernden Einmischung durch Angehörige vom "Kleinen Volk". Vielleicht kam deren Problem und Rolle in den vorherigen Bänden besser zum Ausdruck, aber ich fand diese dazwischen geschobenen Kapitel nur lästig und auch ziemlich undurchsichtig.

Samstag, 17. Januar 2009

Die Tochter des Magiers - Nora Roberts




Kurzbeschreibung:
Nora Roberts erzählt die Geschichte einer Familie von Zauberkünstlern aus New Orleans. Glänzend versteht sie es, die Romantik einer Familiensaga mit der Spannung eines Kriminalromans zu verbinden. Die bildschöne und rothaarige Roxanne Nouvelle ist Tochter eines berühmten Zauberkünstlers. Sie hat von ihrem Vater nicht nur das Talent für Magie geerbt, sondern auch das Geschick, reiche Leute um deren Juwelen zu erleichtern. Diese Talente teilt Roxanne mit Luke Callahan, einem früheren Straßenjungen, den ihr Vater eins bei sich aufgenommen hatte. Erst werden sie Partner in Sachen Zauberkunst und dann auch in der Liebe. Auf dem Höhepunkt ihres privaten und beruflichen Erfolges wird Luke mit einem dunklen Punkt aus seiner Vergangenheit konfrontiert. Plötzlich sieht er sich vor die Entscheidung gestellt, entweder spurlos zu verschwinden oder aber zu riskieren, die Existenz Roxannes und ihres Vaters aufs Spiel zu setzen....

Fünf Jahre später taucht Luke wieder auf, entschlosen, mit demjenigen abzurechnen, der sein Glück für imer zerstören wollte, und Roxanne zurückzugewinnen.



Meine Meinung: * * * * 1/2
In die Welt der Schausteller, Zauberer und der Illusionen entführt uns die Autorin mit diesem Roman.
Max Nouvelle, ein Magier, nimmt kurz entschlossen Luke Callahan, einen jungen misshandelten Ausreißer, in seine Familie auf. Schnell merkt er, dass Luke großes Talent für die Zauberei besitzt und fördert den Jungen, den er lieb gewonnen hat, wo er kann. Als seine Tochter Roxanne erkrankt, kann Luke sich erstmals beweisen und gehört ab diesem Zeitpunkt fest zur Shownummer. Roxanne und Luke wachsen auf wie Bruder und Schwester, aber im Lauf der Zeit spüren beide, dass sie mehr füreinander empfinden als reine Geschwisterliebe. Luke hat bei den Nouvelles eine Heimat gefunden und ist glücklich, bis ihn eines Tages seine Vergangenheit einholt.....

In der Geschichte knistert es immer wieder gewaltig vor Spannung, aber auch in der Liebe zwischen Roxanne und Luke sprüht es Funken. Alle Charaktere sind sehr ausführlich und liebevoll gezeichnet. Gerade die temperamentvolle Roxanne und den immer etwas geheimnisvollen Luke fand ich sehr interessant und facettenreich. Max Nouvelle ist das sehr sympathische Familienoberhaupt mit strengem Ehrenkodex, denn er und seine Partner bestehlen ausschließlich die Reichen, alles andere würde gegen die Grundsätze verstoßen.
Eines Tages wird Luke von seiner schlimmen Vergangenheit eingeholt und sieht sich gezwungen, seine Pflegefamilie zu verlassen, um die zu schützen, die er mittlerweile über alles liebt.
Als er fünf Jahre später zurück kommt, findet er einen schwer kranken Max und eine verbitterte Roxanne vor, die ihm sein plötzliches Untertauchen nicht verzeihen kann. Aber Luke hat einen Plan, um für die erlittene Schmach endlich Vergeltung zu üben...
Packend und gleichzeitig gefühlvoll schildert Nora Roberts die Geschichte der Familie Nouvelle.
Mir persönlich war das ganze ein wenig zu stark schwarz-weiß gezeichnet. Die Guten haben eine weiße Weste (obwohl sie eigentlich mit ihren Diebeszügen gegen das Gesetz verstoßen), und die Bösen sind rabenschwarz dargestellt. Außerdem hat mich ein wenig gestört, dass das Buch sehr viel Druckfehler enthält, und die Absätze sind teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Einerseits ist oft ein Abschnitt mitten in einer Szene zu Ende, andererseits wird wieder Ort und Zeit gewechselt, ohne auch nur die Zeile zu wechseln. Darum ziehe ich bei meiner Bewertung einen halben Punkt ab, denn trotz dieser kleinen Mängel habe ich den Roman sehr genossen.

Dienstag, 13. Januar 2009

Zimtsterne mit Zuckerkuss - Becky Cochrane



Kurzbeschreibung:

Keelie hat eigentlich gar keine Lust auf Weihnachten. Ihr Chef im Buchladen ist ein Idiot, ihre Familie wohnt weit weg, der Mann ihrer Träume ist nirgends in Sicht. Und damit nicht genug: Kurz vor dem Fest bricht sie sich auch noch den Fuß. Doch dann lädt ihre besten Freundin Ivy sie über die Feiertage ins Haus ihrer flippigen Großmutter ein. Mitsamt Hamster Hamlet, ihrem besten Freund Evan und Ivys Zwillingsschwester landet Keelie in einer idyllischen texanischen Kleinstadt. Dort erwartet sie mehr als nur eine schöne Bescherung. Denn als Hamlet krank wird, lernt Keelie den äußerst charmanten Tierarzt von Coventry kennen...Plätzchen, heißer Kakao und dieses Buch - die perfekte Ausstattung für lauschige Winterabende.

Meine Meinung: * * * * *

Dieses Buch ist Balsam fürs Gemüt! Schon das wunderschön gestaltete Cover lädt zum Schmökern ein, und man tut gut daran, es sich richtig gemütlich zu machen. Einmal angefangen kann man kaum wieder von dem Roman lassen, bevor man damit fertig ist. ;-)

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Keelie mit ihrem Hamster Hamlet, ihre Probleme und ihre Träume. Umgeben von einem sympathischen Freundeskreis ist sie doch nicht so ganz glücklich mit ihrer Situation. Eigentlich mag sie ihren Job im Buchladen, denn sie liebt Bücher, wäre da nicht der unmögliche Chef. Keelie ist selbst eine Leseratte, und im Lauf der Handlung wird immer wieder über verschiedene Bücher gesprochen. Man kriegt direkt Lust, einmal wieder in einen Band von Jane Austen oder Emily Bronte zu schauen. Auch sind die Protagonisten große Fans von Janet Evanovich, und ich habe mich spontan verführen lassen, von dieser Autorin ein Buch zu bestellen. ;-)

Die Wendung in Keelies Leben bringt ein Sturz von der Leiter, bei dem sie sich den Fuß bricht. Zusammen mit ihren Freunden verbringt sie die Weihnachtstage in Coventry, einer kleinen Stadt, deren Zauber Keelie sich von Anfang an nicht entziehen kann. Im Anschluss an dieses Weihnachtsfest kommen größere Veränderungen auf sie zu, denn der komplette Freundeskreis löst sich auf, jeden verschlägt das Schicksal an einen anderen Ort, und Keelie fasst einen persönlichen Entschluss......

Es handelt sich nicht, wie man anfangs vermuten könnte, um ein reines Weihnachtsbuch. Zwar hat das Weihnachtsfest eine Schlüsselrolle, aber die Handlung erstreckt sich insgesamt über mehrere Monate. Auch ist die Story nicht kitschig und auch nicht so "süß", wie der Titel vermuten läßt.
Ich habe dieses Buch sehr genossen, und es durfte in mein Keeper-Regal einziehen.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Ich bin hier bloß die Katze - Hanna Johansen

Kurzbeschreibung:
Hauskatze Ilsebill hat zu Menschen und ihren merkwürdigen Angewohnheiten eine entschiedene Meinung: Hunde als Haustiere - wie lästig, Babygeschrei - noch lästiger und dann noch Weihnachten und Urlaub - einfach katastrophal: Gegen die nächste Urlaubsreise wird sie übrigens was unternehmen. Und Katzen sind erfinderisch ... Für Katzenliebhaber und alle, die es werden wollen!



Meine Meinung: * * * *
Die Katze Ilsebill beschreibt ihre Familie und ihr Leben aus ihrer ganz individuellen Sicht. Bei vielen Situationen mußte ich schmunzeln und an die Zeit denken, als ich selber noch eine Katze hatte ;-) So manche Bemerkung trifft den Nagel auf den Kopf, ist einfach zu typisch. Man hat das Büchlein leider viel zu schnell durch, denn es ist nur 125 Seiten stark und auch recht kurzweilig geschrieben. Insgesamt hat es mir gut gefallen, aber so manche Gedankengänge sind dann doch wieder sehr "menschlich" und von einer Katze sicher nicht so ganz nachzuvollziehen. ;-) Für Katzenliebhaber ist es aber ganz sicher eine schöne Geschenkidee, nicht zuletzt der süßen Illustrationen wegen.

Dienstag, 6. Januar 2009

Weihnachten mit der Elfenschrift - Ulrike Stegemann (Hrsg.)

Kurzbeschreibung:
Eine Zauberfee und ein Troll streiten sich darum, wer an Weihnachten die Geschenke bringen darf. Ein Waisenjunge schließt Freundschaft mit einem verlassenen Hund. Eine Krüppeltanne verwandelt sich in einen traumhaften Weihnachtsbaum. Und der Weihnachtsmann bricht sich das Bein und bestimmt den Osterhasen zu seiner Vertretung ... ... das alles und mehr erzählen die Autorinnen Ulrike Stegemann, Elke Meyer, Rena Larf, Petra Hartmann, Fabienne Siegmund, Anita Aeppli, Nelli Henke und Kerri & Ulli in diesem zauberhaften Weihnachtsbuch.



Meine Meinung:
Anfang Dezember wurden bei Lady's Lit zwei Bücher verlost, und ich gehörte zu den glücklichen Gewinnern, an dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Lady's Lit und die Elfenschrift!

Eine Sammlung netter kleiner Geschichten hat Ulrike Stegemann für dieses Büchlein zusammengestellt. Manche sind nachdenklich, einige sehr anrührend, die meisten laden zum Schmunzeln ein. "Weihnachten mit der Elfenschrift" ist eine vergnügliche und wunderschöne Lektüre, mit der man sich gerne in der stillen Zeit auf ein gemütliches Plätzchen zurückzieht. Ich habe die Kurzgeschichten genossen und werde das Büchlein ganz sicher auch in der nächsten Advents- und Weihnachtszeit wieder zur Hand nehmen und den Zauber der kleinen Episoden genießen.

Sonntag, 4. Januar 2009

Die Hüter der Rose - Rebecca Gablé



Kurzbeschreibung:
England, 1413: Der dreizehnjährige John of Waringham leidet darunter, im Schatten seiner ruhmreichen erwachsenen Brüder zu stehen. Als er glaubt, sein Vater wolle ihn in eine kirchliche Laufbahn drängen, reißt er aus und macht sich allein auf den Weg nach Westminster, um in den Dienst des jungen Königs Harry zu treten. An dessen Seite erlebt er die Wiederbelebung des hundertjährigen Krieges und die legendäre Schlacht von Agincourt. Doch Johns Gefangennahme setzt dem fröhlichen Ritterdasein ein jähes Ende. Kardinal Beaufort, des Königs Onkel und trickreichster Diplomat, kann ihn schließlich freikaufen. Der mächtige Kardinal ist seit jeher Johns väterlicher Freund, und selbst als John mit dessen Tochter Juliana durchbrennt und somit unerlaubt eine Lancaster heiratet, überdauert diese Freundschaft. König Harrys plötzlicher Tod auf dem Höhepunkt seines Ruhms schafft jedoch ein gefährliches Machtvakuum, sodass niemand mehr sicher ist, der einen Tropfen Lancaster-Blut in den Adern hat. Und während auf den Schlachtfeldern Frankreichs eine Jungfrau auftaucht, die die englischen Besatzer aus dem Land jagen will, beginnt John zu begreifen, dass er nicht nur um das Leben des kleinen Thronfolgers Henry bangen muss, sondern auch um das seiner eigenen Kinder ...

Meine Meinung: * * * * *
Es ist die Fortsetzung des Romans "Das Lächeln der Fortuna", und ich war wieder genauso begeistert wie beim ersten Buch. Auch die Nachfahren von Robin of Waringham sind weiterhin eng mit dem englischen Königshaus verbunden, was ihnen viel Schönes aber auch schreckliche Erlebnisse beschert. Wie schon beim ersten Buch gibt es auch dazu eine Leserunde bei den Büchereulen: Leserunde "Die Hüter der Rose"