Freitag, 12. Juni 2009

Tochter der Insel - Diana Norman



Kurzbeschreibung:
Irland im 12. Jahrhundert: Finola kommt als Nonne in dieses unbekannte Land am Ende der Welt, um hier die Macht der Kirche zu festigen. Doch das Schicksal will es anders: Ein schreckliches Erlebnis macht aus der Nonne eine kämpferische junge Frau, die sich mit der Rolle als Spielball im Machtkampf zwischen Männern nicht abfinden will. Sie wird die Männer mit ihren eigenen Waffen schlagen. Und sie weiß genau, was sie will. Bis ihr die Liebe dazwischenkommt...

Meine Meinung: * * * *
"Sie ist Irin. Sie ist ausgesetzt worden. Betet für mich Schwester, denn ich habe gesündigt." - sagte der Fremde, als er das kleine Mädchen an der Klosterpforte zurück ließ.
Jahre später geht Finola zurück nach Irland, ihrem Heimatland, das ihr völlig fremd ist. Allerdings haben ihr die Nonnen inzwischen einen christlichen Namen gegeben: Boniface soll Abtissin von Kildare werden. Lange kann sie sich nicht an ihrem Amt erfreuen, denn sie ahnt nicht, dass sie eigentlich nur eine Marionette im Spiel von Henry II. von England ist, der durch sie die Iren mehr an den katholischen Glauben binden möchte. In ihrem Eifer und gleichzeitig in ihrer Gutgläubigkeit wird die Opfer eines Rache-Feldzugs des Dermot von Leinster. Die junge Äbtissin wird grausam missbraucht, aber sie läßt sich nicht brechen. Unter ihrem alten Namen Finola nimmt sie den Kampf auf - für Irland. Zusammen mit einer Gruppe ebenfalls geschändeter Frauen entwickelt sie Kampfgeist und lernt Methoden, sich gegen die Männerwelt zur Wehr zu setzen. Und Finn lernt schreiben und lesen, um "Das Wort der Frauen" für die Nachwelt festzuhalten....
Ich habe den Roman mit gemischten Gefühlen verfolgt. Einerseits fand ich ihn sehr gut recherchiert und historisch ausführlich und hervorragend geschildert.
Allerdings hat mich teilweise der Schreibstil irritiert. Gerade in sehr tragischen Szenen hatte die Erzählung für mich oft einen leicht spöttischen Unterton, der so gar nicht zur Handlung gepaßt hat. Die Protagonisten sind mir alle irgendwie fremd geblieben. Zwar wurde die äußere Erscheinung so genau beschrieben, dass man die Personen direkt vor sich sehen konnte, aber die Emotionen, die Seelen der Menschen wirkten durchgehend fremd und unnahbar, was ich sehr schade fand. Die politischen Verästelungen waren mir etwas zu ausführlich geschildert, was den ganzen Roman etwas unpersönlich wirken läßt. Aber auf jeden Fall positiv anmerken möchte ich, wie die Rolle der Frauen beschrieben wird, die ihren eigenen Kampf führen. Die geschilderte Möglichkeit, schlimme Erlebnisse zu verarbeiten, fand ich einfach genial. Insgesamt betrachtet, war das Lesen dieses Romans ein ziemliches Wechselbad der Gefühle. Langatmige Szenen wechselten sich mit atemberaubend spannenden ab, grausame Momente im flotten Wechsel mit herzergreifenden. Auch wenn ich mir manche Persönlichkeiten etwas plastischer beschrieben gewünscht hätte, hat mich diese Geschichte über das Ende des "alten" Irlands sehr gefesselt.

Kommentare:

  1. Dieses Buch habe ich auch versucht zu lesen. Ist aber auch nur bei dem Versuch geblieben. Irgendwie habe ich mich so gar nicht in den Schreibstil und die Erzählung reinfinden können und es schließlich ungelesen zur Seite gelegt.

    Gruß
    Anja

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  2. Das Buch subt bei mir noch, aber ich hab sonst schon einige von Diana Norman gelesen und mag ihre Bücher sehr gerne. Schade, dass da derzeit nichts Neues mehr erscheint...

    LG
    Melli

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