Freitag, 3. April 2009

Gute Aussichten für morgen - Sven Plöger

Wieder einmal hatte ich durch Vorablesen die Gelegenheit, ein sehr interessantes und wichtiges Buch kennenzulernen, vielen Dank.

Wie wir den Klimawandel für uns nutzen können.



Kurzbeschreibung:
Wie unterschiedlich unsere Auffassungen zum Thema Klimawandel auch sein mögen wir sitzen alle in einem Boot. Und dem geht der Sprit aus. Wenn wir nicht rudern wollen, müssen konstruktive Lösungen her. Sven Plöger zeigt, wie die Einzelinteressen von Lobbyisten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien endlich überwunden werden können, und macht damit den Blick frei für die Möglichkeiten, die sich uns eröffnen. Denn der Klimawandel bewirkt durchgreifende Veränderungen auf den Lebensstil, auf Verkehr und Industrie, Landwirtschaft und Wohnen und verstärkt damit den Zwang, effizientere Technologien zu entwickeln und Alternativen zu fossilen Energieträgern wie erneuerbare Energien zu fördern.


Über den Autor:
Sven Plöger, Jahrgang 1967, sagt seit 1999 in Funk und Fernsehen das Wetter voraus und ist vielen Zuschauern vor allem aus »Wetter im Ersten« nach den »Tagesthemen« bekannt. Der studierte Meteorologe arbeitet seit 1996 bei Meteomedia in der Schweiz und hält regelmäßig Vorträge über Wetter und Klima.


Meine Meinung: * * * * *
Für diese gelungene Publikation möchte ich Herrn Plöger ein großes Kompliment aussprechen! Es ist ihm gelungen, ein brisantes Thema und das damit verbundene, sehr komplexe Wissen, so aufzubereiten und niederzuschreiben, dass es auch für Laien sehr gut verständlich und gleichzeitig fesselnd ist. So bringt er dem Leser auch trockene Fakten auf recht vergnügliche Weise nahe.

Das umfangreiche Buch gliedert sich in drei Hauptteile:
Im ersten Drittel unternimmt der Autor eine gedankliche Zeitreise mit seinen Lesern, zurück bis zum Urknall. Sehr anschaulich und mit Humor führt uns Herr Plöger durch die Geschichte und erläutert die Veränderungen von Klima und Lebensbedingungen. Wenn man diesen gigantischen Zeitraum und die Entwicklung betrachtet, kommt einem wieder verstärkt zum Bewusstsein, wie verhältnismäßig klein die Menschheit und ihre Zeitspanne eigentlich sind. Umso erschreckender ist es, mit welcher Geschwindigkeit es unsere Generation schafft, fossile Energieträger zu verbrauchen, die Jahrmillionen zu ihrer Entstehung benötigt haben.
Herr Plöger informiert nicht einseitig, sondern zeigt immer verschiedene Möglichkeiten auf und betrachtet die Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln. Er macht mit gut verständlichen Beispielen deutlich, wie komplex das Thema ist, wie eines ins andere greift und dass das Ausmaß der entstandenen Zerstörung für den Menschen nicht immer gleich erkennbar ist. Manche Entwicklung erscheint auf den ersten Blick ganz anders, als sie eigentlich ist, wie man an der Population der Eisbären und ihrer Veränderung in den vergangenen Jahren gut sehen kann. Mit Weitblick erörtert der Autor, dass alles mehrere Seiten hat und jede Sache Vor- und Nachteile bringt.
Im Mittelteil werden verschiedene Meinungsgruppen beleuchtet, die Argumente verglichen und die Rolle der Medien dargelegt. Es ist weder übermäßige Panikmache noch Verharmlosung angebracht, denn beides bringt uns nicht weiter. Der Einfluss von Rundfunk, Fernsehen und Presse auf die öffentliche Meinung ist nicht zu unterschätzen. Die Qualität eines Experteninterviews hängt von einer guten Gesprächsführung ab. Mangelnde Differenzierung verfälscht die Ergebnisse ganz erheblich. Wenn aus Zeitmangel nur einzelne Phrasen oder Argumente aus einem Bericht bzw. Gespräch isoliert werden, kann das Ergebnis ein völlig anderes sein, als ursprünglich gedacht.
Im dritten Teil folgt ein Ausblick auf die Zukunft, ihre Möglichkeiten und Chancen. Sven Plöger spricht seine Leser direkt an, was schon bei der Lektüre ein persönliches Verantwortungsgefühl vermittelt, denn jeder kann im kleinen Rahmen zu positiven Veränderungen beitragen.
Es gibt gute Ansätze und Absichten, wie das Kyoto-Protokoll zeigt, aber das ist bisher leider nicht genug. Es müssen sich die Rahmenbedingungen ändern; unsinnige oder gar umweltschädliche Aktionen dürfen nicht rentabel sein! Hoffnungsvolle Projekte, wie Masdar- City weisen den Weg. Wind-, Sonnen- und Wasserenergie haben große Entwicklungsmöglichkeiten, die genutzt werden sollten. Auch daneben gibt es hoffnungsvolle und sicher zukunftsträchtige Ansätze und vielfältige Alternativen, die gemeinsam eine bestmögliche Lösung sein könnten.

Sehr praktisch und hilfreich finde ich im Anhang das sog. "Buch im Buch", eine knappe Zusammenfassung der wichtigsten Daten aus dem gesamten Werk. Für Menschen, die sich gerne schnell und ohne großen Aufwand einen Überblick verschaffen wollen, ist es ideal, dieses kleine Kapitel zuerst zu lesen. Es besteht dann jederzeit noch die Möglichkeit, einzelne Stellen und Themen ausführlich nachzuschlagen.

Gewünscht hätte ich mir ein zusätzliches Register mit den vielen Fachbegriffen, denn dann könnte man einzelne Abschnitte und Erklärungen im Nachhinein besser finden.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich das Buch überzeugt hat, denn es bietet viel Wissenswertes, Interessantes und wichtige Fakten, auch zur aktuellen Situation. Trotzdem ist es nicht trocken zu lesen sondern anschaulich und unterhaltsam, und das ist bei einem Sachbuch nicht selbstverständlich.

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