Mittwoch, 4. März 2009

Die Markgräfin - Sabine Weigand



Kurzbeschreibung:
Mit zehn ist sie verheiratet. Mit zwölf Witwe. Mit fünfzehn heiratet sie den König von Böhmen. So steht es in den Chroniken. Als sie endlich ihr eigenes Leben führen will, sperren ihre Brüder sie ein. Ihre Spur verliert sich 1542. Bis in unseren Tagen ein geheimnisvoller Fund die Geschichte der Markgräfin Barbara von Ansbach enthüllt. Ein bewegendes Historienepos, eine spannende Detektivgeschichte, mitreißend beschwört Sabine Weigand Deutschland im Umbruch von Mittelalter zur Neuzeit herauf. Barbara von Ansbach hat es wirklich gegeben. Folgen Sie der Spur. Entdecken Sie das Geheimnis der Markgräfin.

Über die Autorin:
Sabine Weigand stammt aus Franken. Sie ist Historikerin und arbeitet als Ausstellungsplanerin im Museum von Schwabach. Die Spur der Markgräfin entdeckte sie bei ihren Forschungen zur Geschichte der Plassenburg bei Kulmbach, einer der größten Festungsanlagen Nordeuropas - dem Schauplatz ihres Romans.. "Die Markgräfin" ist ihr erster Roman.

Meine Meinung: * * * * *
Das Buch hat mich gleich besonders interessiert, da der Schauplatz der Geschichte gar nicht weit von meiner Heimatstadt entfernt liegt. Ich habe die Plassenburg selbst schon besucht, und ich finde, man kann sich noch besser in eine Geschichte hineinfühlen, wenn man den Handlungsort kennt. Die Autorin stammt ebenfalls aus Franken, und man spürt bei ihr die Historikerin in jedem Satz. Das Schicksal der Markgräfin Barbara ist zu einem großen Teil authentisch, und wo die historischen Quellen versiegen, hat Sabine Weigand mit viel Phantasie eine fesselnde Story weitergesponnen. Die Personen, die Lebensumstände, alles wirkt sehr real, ist einfach toll beschrieben. Barbara, von den Eltern schon als Kind für politische Schachzüge "verkauft" und ausgenutzt, wird von ihren Brüdern auf der Plassenburg eingesperrt, als sie sich gegen die Bevormundung auflehnt. Sie möchte ihr Leben selbst bestimmen, und das wird ihr immer wieder verwehrt, denn ihre eigenen Wünsche und Hoffnungen stehen im krassen Gegensatz zu den Plänen ihrer Familie.
Neben der Geschichte um Barbara gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang, der sich in der heutigen Zeit, ebenfalls im Bereich der Plassenburg abspielt. Bei Bauarbeiten an der Burg wird ein eingemauertes Babyskelett gefunden. Das Interesse von vier Hobby-Historikern ist schnell geweckt, und sie stellen intensivere Nachforschungen an. Mit der Zeit vergrößert sich die kleine Gruppe um weitere zwei Mitglieder, und zu sechst kommen sie nach und nach gleich mehreren Geheimnissen auf die Spur. Man liest immer parallel zur Geschichte aus dem 16. Jahrhundert, was die sechs historischen Detektive gerade herausgefunden haben. Diese Teile des Buches sind wie aus dem Leben der Kleinstadt Kulmbach gegriffen, die Protagonisten werden sehr sympathisch dargestellt, und nach einer Weile hat man das Gefühl, alle schon richtig gut zu kennen. Auch hier bringt Frau Weigand eine schöne Portion Humor und menschliche Wärme in ihre Erzählung.
Es ist ein wunderbares Buch, das ich nur empfehlen kann, und es werden sicher noch andere Werke der Autorin in meinem Bücherregal Einzug halten.

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