Mittwoch, 28. Januar 2009

Alle sieben Wellen - Daniel Glattauer

Kurzbeschreibung:
Erstens: Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also "Gut gegen Nordwind" gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben. Zweitens: Für Sie ist die Geschichte von Emmi und Leo und ihrer unerfüllten Liebe abgeschlossen. Mag sein. Aber nicht für Emmi und Leo! Drittens: Sie sind der Ansicht, dass die Liebenden zumindest eine einzige wirkliche Begegnung verdient hätten und der Roman eine zweite Chance auf ein anderes Ende? Bitte, hier haben Sie's! Viertens: Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Kein Problem. In diesem Buch erfahren Sie alles: von Leos Rückkehr aus Boston, von Emmis Eheproblemen und von der siebenten Welle, die immer für Überraschungen gut ist.



Meine Meinung: * * * * *

1. Ja, ich kenne Emmi Rothner und Leo Leike, denn ich habe "Gut gegen Nordwind" gelesen.
2. Nein, ich bin nicht der Meinung, dass die Geschichte abgeschlossen ist, da kann ich mich Emmi und Leo nur anschließen.
3. Ja, ich bin der Ansicht, dass die beiden noch mindestens eine Chance verdient haben.
4. Doch, ich habe sehr wohl eine Ahnung, wovon die Rede ist, und ich bin gespannt, wie Emmi und Leo die Sache angehen ;-)


Dieses Buch schließt nahtlos an Band eins an. Sich erneut in den Briefwechsel zwischen Emmi und Leo zu vertiefen, ist ein wenig so, als würde man gute alte Freunde wieder treffen. Da sich die beiden jetzt (zumindest virtuell) schon ziemlich lange kennen, empfand ich ihre Mails noch intensiver und vertraulicher als im ersten Buch. Ich bewundere Daniel Glattauer für sein Einfühlungsvermögen, das er unbedingt haben muss, denn sonst könnte er nicht so, so, so...schön und authentisch schreiben.
Nachdem Emmi mehrere vergebliche Versuche gemacht hat, Leo zu erreichen und nach einer recht einseitigen Kommunikation mit dem System-Manager, hat man den Eindruck, es ist wieder alles wie gehabt. Aber es hat sich einiges verändert. Leo hat in Boston Pamela kennen gelernt, und sie will zu ihm ziehen. Und Emmi gibt ihrer Ehe und damit ihrer Familie noch eine Chance, so hat man den Eindruck.
Beim Lesen dieser Geschichte erlebt man ein sehr großes Spektrum an Gefühlen. Manchmal hatte ich Tränen in den Augen, manchmal habe ich herzhaft gelacht, sehr oft habe ich geschmunzelt oder mich einfach nur gefreut. Aber da waren auch Situationen, in denen ich fast körperlich einen Kloß im Hals verspürte, denn es gibt viele ernste Momente in der Geschichte. Die beiden Email-Schreiber geben sich manchmal frech, manchmal auf besondere Weise poetisch, meist sind ihre Briefe berührend und liebevoll. Fasziniert hat mich die Leichtigkeit und gleichzeitig die Tiefgründigkeit der Kommunikation zwischen den beiden. Die immer wieder auftauchenden kleinen, originellen Wortspielereien entfalten einen zauberhaften Charme.
Am Ende ging es mir wie Leo (dem Schönschweiger), ich mußte erst eine Zeitlang darüber schweigen, als es nicht schöner werden konnte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich jetzt ein schönes Plätzchen für das Buch in meinem Keeper-Regal gesucht, und immer wenn mir danach ist, hole ich Emmi und Leo hervor, träume ein wenig mit ihnen und passe auf, dass ich die siebte Welle nicht verpasse ;-)

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