Donnerstag, 30. Oktober 2008

Geheimnisvoller Fremder - Elizabeth English

Kurzbeschreibung:
Schottland, 14. Jahrhundert: Nach einem traumatischen Erlebnis in den großen Clankriegen hat die einstmals so liebenswürdige Lady Maude Darnley ihre Seele verschlossen und begegnet ihrer Umgebung mit erbarmungsloser Härte. Erst als sie Ronan Fitzgerald, einem irischen Spielmann und Musiker, begegnet, gestattet sie sich wieder Gefühle. Kann er die Mauer aus Hass, die die junge Frau um sich aufgebaut hat, niederreißen und ihr geschundenes Herz gewinnen?

Meine Meinung: *****
Schottland,Chevron Hills 1379: Auf dem Sterbelager nimmt der Heiler Fergus seinem Lehrling Ronan Fitzgerald das Versprechen ab, nach seinem Tod zu Lord Darnley zu gehen und nach Arbeit zu fragen. Schon bald merkt Ronan, dass mehr hinter der Bitte des alten Mannes steckt. Ronan lernt Maude Darnley, die Tochter des Lords, kennen. Die junge Frau wirkt unnahbar, schnippisch und gefühllos, aber Ronald spürt, dass die eigentliche Maude anders und sehr verletzlich ist und sich nur eine eisige Fassade aufgebaut hat. Keiner weiß, dass Maude sieben Jahre früher Schlimmes wiederfahren ist. Sie wurde brutal überfallen, geschlagen und vergewaltigt. Ihr Vater versucht mit aller Gewalt, sie zu rächen und gleichzeitig die Sache geheim zu halten. Dabei fließt viel Blut, besonders auf Seiten des verfeindeten Clans der Kirallens. Darnley metzelt jeden Kirallen nieder, der ihm in die Finger kommt.
Erst Ronan gelingt es, mit viel Geduld zum Herzen von Maude durchzudringen und ihr Vertrauen zu erringen. Nach und nach kommen sich die beiden näher, aber es ist ein langer Weg, bis Maude nicht mehr von ihren Ängsten und Alpträumen beherrscht wird. Auch müssen sich Ronan und Maude über einige gesellschaftliche Tabus hinwegsetzen und stellen beide fest, dass es nicht immer nur auf Äußerlichkeiten und die öffentliche Ehre ankommt.

Die Autorin hat es hier meisterhaft verstanden, ein heikles Thema sehr sensibel zu verarbeiten. Der Schreibstil ist insgesamt sehr ansprechend, die Protagonisten sind mit viel Gefühl und Herz beschrieben.
Erst jetzt, bei meinen Recherchen über Elizabeth English, habe ich festgestellt, dass dieses Buch bereits der dritte Band einer Reihe ist. Somit ist mein Wunschzettel wieder einmal gewachsen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die anderen beiden Bücher auf meinem SuB landen ;-)

Freitag, 24. Oktober 2008

Untot mit Biss - Karen Chance

Heute habe ich wieder Post von Vorablesen bekommen, und zwar dieses Buch:


Klappentext:
Cassandra Palmer kennt die Toten und Untoten besser, als einer jungen Frau lieb sein kann. Da Cassie in die Zukunft sehen und mit Geistern sprechen kann, sind die über-natürlichen Geschöpfe ihr seit jeher auf der Spur. Während die Toten nur nerven, sie reden einfach zu viel, stellen die Untoten eine echte Gefahr da. Als Cassie von einem Blutsauger aufgespürt wird, der mit ihr noch eine Rechnung offen hat, muss sie sich an den mächtigen Vampirsenat wenden und um Schutz bitten. Doch den gibt es nicht umsonst, und um sich dem dunklen Gegner zu stellen, muss Cassie sich ausgerechnet mit einem äußerst attraktiven Vampir verbünden
Über die Autorin:
Karen Chance lebte in Frankreich, Großbritannien und Hongkong, kehrte aber stets wieder zurück in ihre amerikanische Heimat. Derzeit hat sie sich in Orlando, Florida, niedergelassen. "Untot mit Biss", der Auftakt zu einer spannenden, heiteren und romantischen Serie um die Heldin Cassie Palmer, wurde in den USA ein großer Erfolg.
Meine Meinung: * * *
Die Geschichte, in der 1. Person erzählt, beginnt sehr temporeich; gleich von der ersten Seite an wird der Leser mitten in die Handlung geworfen. Cassie Palmer findet auf dem Bildschirm ihres Bürocomputers ihre eigene Todesanzeige.
Cassie, die als Vierjährige ihre Eltern verloren hat, wurde von einem Vampir großgezogen. Da sie schon zwei mal aus seinem Herrschaftsbereich geflüchtet ist, hat Tony noch eine Rechnung mit ihr offen. Cassie findet erst einmal Schutz im Hauptquartier von MAGIE (Metaphysische Allianz für Größere Interspezies-Erneuerung). Sie möchte gerne mehr über das Schicksal ihrer Eltern erfahren, die auf Tony's Befehl ihr Leben verloren haben.
Schnell wird das ganze recht verwirrend. Der Leser wird mit immer mehr magischen Geschöpfen und "Dingen, die sich nachts herumtreiben" konfrontiert. Anfangs fällt es schwer, sich in der Welt dieser vielfältigen überirdischen Kreaturen zurecht zu finden. Neben Vampiren und Magiern trifft man auf Golems, Geister und Gepräge, ja sogar Elfen, Wer-Geschöpfe und Satyrn spielen eine, wenn auch teilweise untergeordnete Rolle. Um die Übersicht zu behalten, ist es von Vorteil, wenn man bereits ein paar Vorkenntnise über diese Spezies hat. Außerdem hat die Autorin einige historische Gestalten kurzerhand in Untote verwandelt und in die Geschichte eingebaut, wie zum Beispiel Rasputin, Raffael, Christopher Marlowe. Zusammen mit Cassie erlebt man im Lauf der Story so einige Überraschungen, die nicht gerade angenehmer Natur sind, und sie muss ihre Meinung des öfteren neu überdenken. Sie geht mir ihrer Situation erstaunlich gelassen um, und ihre Schilderungen sind mir einer guten Portion schwarzem Humor gewürzt. In der Vorstellung der Autorin ist vom Auftakt zu einer romantischen Romanserie die Rede. Cassie hat zwar, mit verschiedenen Vampiren, ein paar erotische Erlebnisse, die auch sehr ansprechend und gekonnt geschildert sind, aber von Romantik ist da keine Spur.
Mir persönlich kommt der Roman reichlich überfrachtet vor. Auch wenn die Geschichte sehr aktionsreich ist, wirkt sich das recht ermüdend aus. Der Umstand, dass Cassie zwischendurch immer wieder in dem einen oder anderen fremden Körper landet und auch noch dabei durch die Zeit reist, macht das ganze nicht gerade übersichtlicher. Durch die vielen eingestreuten Rückblenden liest sich das Buch recht anstrengend. Ich denke, da wäre weniger manchmal mehr gewesen.

Freitag, 10. Oktober 2008

Die Bucht am Ende der Welt - Sergio Bambaren

Heute hatte ich Überraschungspost im Briefkasten, und zwar habe ich über Vorablesen, dieses Vorab-Leseexemplar bekommen. Ich freue mich schon sehr auf das Buch, denn bereits die kleine Leseprobe hat mir Lust auf mehr gemacht und mich sehr angesprochen. Ich werde mein Leserunden-Buch kurz unterbrechen und den neuen "Bambaren" am Wochenende genießen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich dem Verlag und dem Vorablesen-Team ein herzliches Dankeschön sagen, dass es für Leser so eine prima Möglichkeit gibt, ein Buch schon vor dem offiziellen Erscheinen kennenzulernen.



Kurzbeschreibung:
»Wenn du dich zu sehr in ein Ziel verrennst, verlierst du leicht den Blick für das Schöne, das dich umgibt.« SergioBambaren, der mit seinen Büchern ein Millionen-publikum berührt, erzählt, wie ihn eine einzige Reise veränderte. Er war zum Wellen-reiten nach Tobago gekommen, um die Energie des Meeres zu spüren und sich auszupowern. Den Zauber der Insel, ihre üppige Vegetation, die Vogelvielfalt: Das alles nahm er dabei kaum wahr. Doch dann herrschte tagelang Windstille, und sein Brett lag unberührt im Sand. Beinahe wollte er schon wieder enttäuscht abreisen bis er eine Welt voll ungeahnter Schönheit und Kraft für sich entdeckt.

Meine Meinung: * * * * *
Sergio Bambaren entführt den Leser auf die Insel Tobago in der Karibik. Nach einem anstrengenden Flug möchte er sich dort gerne erholen, und als leidenschaftlicher Surfer ist er auf der Suche nach der „perfekten Welle“. Mehrere Tage wartet er, aber das Meer bleibt still, ohne Brandung. Da begegnet er André, dem Leiter einer Tauchstation. Mit ihm zusammen wagt er, in die Unterwasserwelt rund um die Insel hinabzutauchen. Obwohl ich selbst keine Ahnung vom Tauchen habe, war ich völlig fasziniert von den Beschreibungen der Unterwasserwelt. „Jeder Tauchgang ist anders“, schreibt der Autor, und er hat es geschafft, das auch jeweils ganz individuell und spannend in Worte zu fassen. Er wählt für seine Schilderung einfache, schlichte Worte, die jedoch eine gewisse Poesie ausstrahlen. Man hat das Gefühl, der tiefe Frieden des Ozeans überträgt sich beim Lesen und lässt einen die wahren Werte bewusst werden. Mein intensives Interesse an den beschriebenen Fischen und Korallen war schnell geweckt, und ich habe nicht nur einmal parallel im Lexikon geschmökert. Auf dem Globus habe ich die Insel gesucht. Sergio Bambaren lässt seine Leser an seiner ganz eigenen Betrachtungsweise der Welt teilnehmen. Man spürt aus jedem Satz seine Liebe zur Natur, ganz besonders zum Meer und sein Engagement für die Umwelt.
Als er auf einen Mantarochen trifft, ist das wie ein Schlüsselerlebnis für ihn. Das Zwiegespräch mit dem großen Fisch hat etwas Magisches, es offenbart uns die Phantasien und Träume des Autors. Am Ende des vorletzten Kapitels entschuldigt sich Sergio Bambaren, dass er von seinen Träumen geschrieben hat. Für mich macht das aber gerade den Reiz und den Charme des Buches aus. Ich habe den Eindruck, es wirkt „echt“ und offenbart viel über die Persönlichkeit des Schriftstellers.
Als er letztendlich doch noch auf die perfekte Welle trifft und einige Stunden mit Surfen auf dem Wasser verbringt, ist es eine starke Bereicherung für ihn, dass er die Welt darunter kennen lernen konnte.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, und ich finde, es ist auch eine schöne Geschenkidee, nicht nur für passionierte Taucher. Interessant wäre sicher auch eine Schmuckausgabe in größerem Format, damit man die wunderschönen Unterwasserfotos noch mehr genießen könnte.

Die Säulen der Erde - Ken Follett

Seit gestern lese ich dieses Buch:


Kurzbeschreibung:
König Heinrich ist tot, und schon ist im England des 12. Jahrhunderts ein Kampf um seine Nachfolge entbrannt. Der Geistliche Francis, der seine Eltern auf grausame Weise durch marodierende Söldner verloren hat, bittet seinen Bruder Philip, inzwischen erfolgreicher Prior eines einstmals heruntergekommenen und der Sünde anheim gefallenen Klosters, um Hilfe, um eine Verschwörung gegen den inzwischen mit dem Segen der Kirche versehenen Thronfolger zu verhindern. Philip macht sich auf den Weg zum Erzbischof von Canterbury und Abt von Glastonbury, der die Macht hat, die Aufständischen aufzuhalten. Gemeinsam mit dem ebenso mittellosen wie begabten Baumeister Tom, der ebenfalls ein schweres Schicksal hinter sich hat, träumt er den Traum einer Himmel stürmenden Kathedrale, die den Wogen der aufgewühlten Zeit standzuhalten versteht und ein ewiges Zeugnis Gottes auf Erden sowie seiner Barmherzigkeit unter den Menschen ist: die „Säulen der Erde“, das größte Bauwerk des Abendlands.

Mein persönlicher Leseeindruck: * * * * *
Das Buch liegt seit längerer Zeit auf meinem SuB, und ich habe jetzt die Gelegenheit genützt, bei der Leserunde mitzumachen. Es hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Auf die einzelnen Kapitel gehe ich hier näher ein:
Hier geht's zur Leserunde

Montag, 6. Oktober 2008

Nirgendwo in Afrika - Stefanie Zweig

Kurzbeschreibung:

Die jüdische Familie Redlich flüchtet 1938 vor den Nazis nach Kenia. Der ehemalige Anwalt Walter Redlich arbeitet dort als Verwalter auf einer kümmerlichen Farm. Seine Frau Jettel kann sich nur schwer an das Leben in dem anderen Land gewöhnen. Ihre Tochter Regina hingegen blüht auf dem fremden Kontinent förmlich auf. Sie lernt die Sprache des Landes und interessiert sich für die Gebräuche. In dem Koch Owuor findet sie einen guten Freund. In der Ehe der Redlichs kriselt es aber zunehmend. Nur sehr langsam finden sie wieder zueinander…







Meine Meinung: * * * *

In ihrem Autobiographischen Roman erzählt die Autorin die Geschichte einer jüdischen Familie, die vor den Schrecken des Dritten Reiches flüchtet und nach Afrika auswandert, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Die Eltern tun sich schwer, in dem fremden Land Fuß zu fassen, hängen sie doch zu sehr an Deutschland und machen sich Sorgen um die Verwandten, die sie dort zurücklassen mußten. Ihre Tochter Regina findet schnell und leicht Zugang zu den Menschen und dem Land, das für sie einen ganz besonderen Zauber birgt.

Durch die bildhafte Sprache wird die Mentalität der afrikanischen Bevölkerung sowie die Atmosphäre des Landes für den Leser sehr plastisch und greifbar. Insgesamt sind die Charaktere sehr ausführlich und treffend gezeichnet, nur Jettel, die Mutter von Regina, bleibt für mich irgendwie farblos und oberflächlich. Mit kleineren Abstrichen hat mir das Buch gefallen, wenn ich es auch stellenweise etwas langatmig fand.